Vorab – auch meine beiden Kätzinnen sind kastriert. Mulli war schon kastriert, als ich sie vor einigen Jahren aus dem Tierheim geholt habe. Quietschie haben wir im Alter von ca. anderthalb bis zwei kastriert. Warum erst so spät, erkläre ich später.
Erstmal kurz zur Begriffserklärung der Kastration (Quelle: Wikipedia)
Unter einer Kastration (lat.: castro, castratus für schwächen, berauben, entnehmen, entkräften) wird üblicherweise die operative Entfernung der Keimdrüsen (Gonaden) verstanden. Medizinisch wird es deshalb als Gonadektomie bezeichnet. Beim Mann (Hoden) wird das als Orchiektomie, bei der Frau (Eierstöcke) als Ovarektomie bezeichnet.
Warum sollte ich meine Katze kastrieren lassen?
Im Normalfall werden übliche Hauskatzen kastriert. Die Gründe dafür, liegen dabei klar auf der Hand.
Eine geschlechtsreife, nicht kastrierte Kätzin wirft Junge – natürlich nur, wenn diese mit dem entsprechenden Kater “zusammen trifft”. Dabei handelt es sich nicht wie beim Menschen, um ein Baby, nein – bei Katze können das mal schnell pro Wurf vier bis fünf Junge sein (im Höchstfall auch bis zu acht!!!). Im Durchschnitt kann eine Katze im Jahr bis zu drei mal Junge bekommen – also kann man sagen, dass eine Katze locker 15 Katzenwelpen im Jahr zur Welt bringen kann. Auch wenn der Freundes-und Bekanntenkreis noch so groß ist – meist kriegen nicht alle Katzenbabys ein neues zu Hause. Die Folgen davon sind entweder das Töten der Jungen oder sie werden einfach ausgesetzt und können sich dadurch auch wieder sehr schnell und häufig vermehren. Allein der Aspekt ist Grund genug, um eine Katze rechtzeitig zu kastrieren.
Aber es gibt noch andere wichtige Gründe: Die häufige Trächtigkeit einer Katze stellt auch für die Katze auf Dauer ein großes gesundheitliches und körperliches Problem dar. Die unkastrierten Katzen, die regelmäßig Junge zur Welt bringen, sind in der Regel meist eher dünn und weniger aktiv. Denn durch die vielen Geburten, ist sie sehr oft damit beschäftigt, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern, sodass sie kaum Zeit für sich findet. Eine unkastrierte Katze wird demnach auch nicht so alt wie eine kastrierte Katze. “Operierte” Katzen werden ca. 14 – 15 Jahre (oder auch älter), wobei eine nicht operierte Katze meist nichtmal das 12. Jahr erreicht.
Ein weiterer Aspekt ist die Rolligkeit. Jeder der eine unkastrierte, geschlechtsreife Katze hat oder hatte, weiß wovon ich spreche. Die Katze mauzt nur noch, rollt sich auf dem Boden, reckt jedem ihr Hinterteil entgegen und manchmal sieht es aus, als sei sie todsterbenskrank (Ich hab mal gelesen, dass jeder Tierarzt mindestens schon einmal eine augenscheinlich fast sterbende Katze behandeln musste, bei der sich aber herausstellte, dass sie “nur” rollig war). Die Rolligkeit einer Katze ist beim ersten und zweiten Mal vielleicht noch ganz witzig für die Katzenbesitzer. Aber wenn eine Katze nicht gedeckt wird, wiederholt sich das Spiel alle drei Wochen – das heißt: alle drei Wochen schlaflose Nächte (die Rolligkeit erstreckte sich damals bei Quietschie meist über mehrere Tage). Der Sexualtrieb der Kätzin ist in dieser Zeit natürlich besonders hoch und wenn man nicht aufpasst, ist sie in null komma nix bei der erstbesten Gelegenheit raus aus der Tür und sucht sich das, was sie braucht
Auch beim Kater ist das ähnlich. Wenn sie nicht kastriert werden, bieten sie ihre Dienste meist immer sehr lautstark an. Und das ist dann nicht mit einem Mauzen einer Katze zu vergleichen – ich würde es als eine Mischung aus jodeln und kreischen bezeichnen. Das Ganze passiert dann meist auch immer noch vor Sonnenaufgang, was die Sache nicht unbedingt besser macht. Außerdem bekämpfen sich die Katzenmänner sehr oft, sodass die Gefahr von Verletzungen natürlich steigt. Nicht zu vergessen ist die “Duftmarke” die Kater dann gerne verspritzen. Eine Bekannte hatte mal einen unkastrierten Kater in der Wohnung gehalten – der Geruch war wochenlang in der Wohnung. Dadurch, dass der Kater meist nur auf “Brautschau” ist, ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls auf der Straße natürlich auch sehr hoch. Alles in Allem hat ein unkastrierter Kater also eine niedrigere Lebenserwartung (durch Kämpfe, Verletzungen, körperliche Erschöpfung, Unfall, etc.).
Ab wann sollte man eine Katze kastrieren?
Dazu sollte man am besten den Tierarzt befragen, denn die Meinungen gehen weit auseinander. Die einen sagen mit vier bis fünf Monaten, andere hingegen meinen, dass man eine Katze frühestens mit zehn Monaten kastrieren sollte. Der Eingriff kann aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.
Was passiert bei einer Kastration?
Bei einer Kätzin werden unter Vollnarkose die Eierstöcke, manchmal auch die Gebärmutter entfernt. Das ist meist ein ambulanter Eingriff, sodass die Katze kurze Zeit später wieder mit nach Hause darf. Die Nebenwirkungen sind nur minimal, meist bekommt die Katze danach noch ein schwaches Schmerzmittel. Man sollte allerdings beachten, dass die Katze nach der Narkose noch einige Stunden wie “betrunken” rumläuft.
Beim Kater verläuft der Eingriff ähnlich. Unter Vollnarkose werden die Hoden entfernt. Manchmal reicht aber auch schon eine örtliche Betäubung. Auch hierbei erfolgt der Eingriff meist ambulant.
Was ist eine Sterilisation?
Bei einer Sterilisation werden bei der Katze lediglich die Eierstöcke und beim Kater die Eileiter durchtrennt. Mit dieser Methode kann zwar keine Schwangerschaft mehr erfolgen, allerdings bleiben die meisten unerwünschten “Nebenwirkungen” erhalten. Aus meiner Sicht ist diese Vorgehensweise also nicht unbedingt empfehlenswert.
Wann tritt die Geschlechtsreife einer Katze ein?
Im Normalfall werden Katzen ca. mit sieben bis zwölf Monaten geschlechtsreif. Allerdings gibt es auch Fälle, wo Katzen schon mit vier bis fünf Monaten geschlechtsreif wurden.
Wie erkenne ich, dass eine Katze rollig ist?
Wie schon beschrieben, gibt es dafür mehrere Anzeichen. Das Auffälligste ist natürlich das Rollen. Die Katze wälzt sich dauernd auf den Boden hin und her und streckt jedem ihr Hinterteil entgegen. Außerdem reibt die Katze während dieser Zeit oft ihr Köpfchen an verschiedene Gegenstände. Ein weiteres Zeichen ist das Miauen, dass sich durch viele lang gezogene Mauzgeräusche bemerkbar macht (sie versucht damit, einen Kater anzulocken.)
Quietschie, wurde wie schon erwähnt, erst mit ca. zwei Jahren kastriert. Ich war der Meinung, dass das nicht soooo schlimm sei. Schließlich kann nichts passieren, da sie eine reine Wohnungskatze ist. Zugegeben hat mich auch der Wunsch nach Katzenbabys lange Zeit davon abgehalten, meine Katze kastrieren zu lassen. Doch irgendwann ist mir bewusst geworden, dass sich A) die Katze quält, B) ich oftmals schlaflose Nächte und strapazierte Nerven hatte und C) die kleinen Katzen wahrscheinlich kein neues zu Hause gefunden hätten. Jetzt im Nachhinein bin ich sehr froh über diese Entscheidung.
Deswegen appelliere ich an alle Katzenbesitzer:
LASST (euch und der Fellnase zu Liebe) EURE KATZEN KASTRIEREN!
Denn ich sehe es nur allzu oft, dass “normale” Hauskatzen aus Faulheit, Geldnot und manchmal auch aus Dummheit (entschuldigt bitte die Ausdrucksweise) nicht kastriert werden. Zu sehen wie süß die kleinen Katzen sind und dennoch zu wissen, dass sie wahrscheinlich die nächsten Tage nicht überleben, bricht mir jedes Mal aufs Neue das Herz!