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Irrtümer der Katzennahrung 1/3

Irrtum Nr. 1:  Fertigfutter ist ausgewogen und enthält alles Gute, was eine Katze benötigt

Nein. Fertigfutter bietet unseren Katzen leider nicht das, was die Futtermittelhersteller uns versprechen. Viele der degenerativen Krankheiten, die bei Katzen auftreten, sind Folgen falscher Ernährung mit gekochtem und verarbeitetem Futter. Die Tatsache, dass Katzen aufgrund falscher Fütterung erkranken, wird meist unter den Tisch gekehrt und mit dem Alter begründet. Leider gibt es kein Fertigfutter, was so ausgewogen ist, dass man es der Katze ein Leben lang füttern kann. Bei Verbrauchertests wurde festgestellt, dass viele Dosenfutter wenig Calcium enthalten, zu viel oder zu wenig Vitamine beigemischt wurden. Mittlerweile werden sogar Pflanzenzuätze beigefügt, die zwar nicht unbedigt als giftig deklariert werden, allerdings gibt es bis dato auch keine Studie über die Langzeitwirkung der Pflanzenstoffe. Ein Beispiel hierfür sind Kräuter oder Auszüge aus Pflanzen wie Yucca, Aloe oder Alfalfa. Diese haben eventuell einen medizinischen Nutzen bei bestimmten Krankheitsbildern, sind jedoch teilweise als toxisch für die Katze gelistet und sollten nicht tagtäglich von gesunden Katzen konsumiert werden. Niemand weiß, wie die Wirkung ist, wenn diese als Medizin einzustufenden Zusätze Tag für Tag über Jahre von der Katze eingenommen werden. Falls man nur ein einziges Futter gibt, riskiert man einen Mangel oder eine Überdosierung einzelner Bestandteile. In der Natur erhält die Katze alles, was sie braucht, in dem sie sich abwechslungsreich ernährt. Durch die Variation von Beutetieren verschiedener Arten und unterschiedlichen Alters erhält sie über den Zeitraum hinweg eine ausgewogene Ernährung.

Irrtum Nr. 2:  Der Tierarzt empfiehlt Fertigfutter – also muss es das Richtige sein

Falsch. Viele Tierärzte können Tiere heilen oder präventiv wirken. Die Wenigsten jedoch haben eine Ausbildung im Bereich Futter. Das Wissen, welches sie uns im Bezug auf die Fütterung unserer Fellnassen bereitstellen, resultiert meist nur aus den “Schulungen” der jeweiligen Futtermittelverkäufer. Denn viele Tierärzte verdienen neben den normalen tierärztlichen Aufgaben, auch durch den Verkauf von verschieden Futtersorten Ihr Brot. Dadurch passiert es natürlich, dass der Tierarzt diverse Krankheitsbilder nicht auf die Fütterung zurückführt, sondern auf das Alter des erkrankenten Tieres. Klar – keiner will seine eigenen Fehler zugegeben.

Irrtum Nr. 3:  Zuviel Eisweis im Futter ist nicht gut für die katze und belastet deren Nieren

Dies ist eine Behauptung der Futtermittelindustrie, die als Erklärung des niedrigen und qualitativ schlechten Proteingehaltes im Futter dienen soll. Die Katze ist im Gegensatz zu uns Menschen dafür gemacht, hohe Mengen an hochwertigem Eiweiß zu sich zu nehmen und zu verdauen. Mäuse, andere kleine Tiere und Fleisch enthalten so gut wie immer wesentlich mehr Protein als Fertigfutter. Was die Nieren stark belasten kann, sind minderwertige Proteine sowie Getreide, da die Katze diese nur zum Teil nutzen kann und große Mengen an unverdaulichen Stoffen durch den Körper geschleust und ungenutzt ausgeschieden werden müssen.

Katzenfutter mit Mäusegeschmack

Warum gibt es kein Katzenfutter mit Mäusegeschmack? Diese Frage liest man öfter und allzu häufig wird sie  als Scherzfrage abgetan. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich Folgendes: Die ursprüngliche Nahrung von Katzen sind kleine Säuger und Vögel. Katzenfutter gibt es in den “Geschmacksrichtungen” Rind, Thunfisch, Lachs, Huhn, Lamm etc. Das klingt im ersten Moment zwar lecker ist aber wenig plausibel. Man stelle sich seine Katze vor, die versucht eine Kuh zu reißen :D

Richtig offensichtlich werden die Unterschiede, wenn man die Nährstoffgehalte vergleicht. Auf der einen Seite der absolute Klassiker, die Maus, auf der anderen Seite industriell hergestelltes Nass- und Trockenfutter.

Maus Nassfutter Trockenfutter
Proteine 55-60% 50% 36%
Fette 23-30% 34% 24%
Kohlenhydrate 3-8% 8% 31%

Die Zahlen beziehen sich dabei auf den Anteil der Trockenmasse. Als Beispiel für die industriellen Futter wurde Iams Huhn zugrunde gelegt. Quelle der Daten http://www.savannahcat.de/maus.html

Das Optimum für eine Katze ist selbstverständlich ihre natürliche Nahrung – in diesem Fall die Maus. Klar, im Laufe ihrer evolutionalen Entwicklung haben sich Katzen auf diese Nahrung spezialisiert und können sie am besten verwerten. Die gewöhnlich trainierte Maus liefert einer Katze dabei hauptsächlich Proteine und Fette aus ihren Muskeln und einen kleinen Teil Kohlenhydrate (diese stammen größtenteils aus der Nahrung der Maus, die sie nicht mehr vollständig verdauen konnte, bevor sie selbst verspeist wurde).

Katzen haben sich daher so entwickelt, dass sie Proteine und Fette aus Fleisch am besten verdauen können, denn für pflanzliche Nahrung ist (u.a.) ihr Darm einfach zu kurz um sie zu verwerten.

Das komplette Gegenteil zur Ökomaus ist Trockenfutter. Trockenfutter haben einen niedrigeren Protein- und Fettgehalt, dafür aber sehr viele Kohlenhydrate. Diese Kohlenhydrate stammen vorwiegend aus pflanzlichen Futterbestandteilen. Zusammen mit dem Faseranteil kommt man je nach Sorte auf bis zu 80% Pflanzen – nochmal zur Erinnerung: Katzen sind Fleischfresser.

Nassfutter sieht von der Zusammensetzung schon wesentlich besser aus. Schaut man aber genauer auf die Inhaltsstoffe, steht dort etwas wie “tierische Nebenerzeugnisse” und Getreide. Also Abfälle und wieder Pflanzen. Trotzdem ist Nassfutter häufig das kleinere Übel, auch wenn es wenig mit artgerechter Ernährung zu tun hat.

Fazit:

  • Trockenfutter – nicht empfehlenswert
  • Nassfutter – geht noch in Ordnung

Eine sehr gute Alternative soll BARFen sein. Was genau das ist, wird in einem meiner nächsten Artikel näher beschrieben.